Prag 2011 - Krueger Henning und Elke

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Reiseberichte

Prag 6. Mai 2011 - 10. Mai 2011




Eine herrliche Flugreise in die Hauptstadt Tschechiens, Prag, wurde bei allerbestem Wetter für uns eine wunderschöne Städtereise.

Die
"Goldene Stadt" zeigt heute ein geschlossenes, von Gotik und Barock geprägtes Stadtbild.
Um 1230 wurde Prag zur Residenzstadt des Königreichs Böhmen und im 14. Jahrhundert als Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches zu einem politisch-kulturellen Zentrum Mitteleuropas. In Prag wurde die erste Universität in Mittel- und Osteuropa errichtet.

In Prag wohnen ca. 1,2 Millionen Menschen, das sind weit über ein Zehntel der Gesamtbevölkerung des Landes. Die Mehrheit verteilt sich allerdings auf die zahlreichen Außenbezirke und auf die Neubaugebiete an den Stadträndern. Die historische Innenstadt hat lediglich etwa 40.000 Einwohner.

Der Touristenstrom ist jedoch in den letzten Jahren geradezu explodiert und das führt leider dazu, dass es dort -vor allem in den Sommermonaten- sehr voll ist.

Noch am Ankunftstag gingen wir zu Fuß von unserem sehr schön restaurierten Hotel in die Stadtmitte zum
Altstädter Ring. Er ist der zentrale Marktplatz der Prager Altstadt. Er nimmt mehr als 9000 qm ein. Die Teynkirche und viele andere sehenswerte Gebäude umgeben den Platz.  
Das Denkmal des
Jan Hus (1369 - 1415 ), er war ein christlicher Reformer und Märtyrer, steht ebenfalls auf dem Marktplatz umgeben von fantastischen alten Häusern. Er war Priester und zeitweise Rektor der Karls-Universität Prag. Die nach Jan Hus benannte Bewegung der Hussiten geht zum Teil auf sein Wirken zurück. In unmittelbarer Umgebung steht auch die alte Nicolaikirche.

Die Astronomische Uhr in Prag befindet sich an der Südmauer des alten Rathauses am Altstädter Ring, also auch ganz in der Nähe.

Die ältesten Teile, die mechanische Uhr sowie das astronomische Zifferblatt, stammen aus dem Jahr 1410 und begründen damit die drittälteste Uhr dieser Art. Sie wurde von Uhrmacher Mikuláš z Kadane nach den Plänen von Jan Šindel gebaut. Es handelt sich um eine Große Uhr mit 24-Stunden-Zifferblatt.

Um 1490 wurde die Fassade mit gotischen Bildhauereien verziert und ein Kalendarium hinzugefügt. Die Uhr wurde viele Male repariert, das erste Mal 1552 von Jan Táborský. Erst im 17. Jahrhundert wurden die beweglichen Figuren hinzugefügt. Nach einer größeren Reparatur in den Jahren 1865-1866 wurde die Prozession der zwölf Apostel in Betrieb gesetzt, die zu jeder vollen Stunde zu bewundern ist. Die Bilder stammen von Josef Mánes.

In den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges erlitt die Astronomische Uhr schwere Schäden während eines deutschen Angriffs. Das Rathaus brannte dabei vollständig ab, zusammen mit den hölzernen Skulpturen und dem künstlerischen Zifferblatt des Kalendariums. Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten konnte die Mechanik in ihren Originalzustand zurückversetzt werden und läuft seit 1948 wieder.

Zusammen mit dem Altstädter Rathaus ist die astronomische Uhr ein nationales Kulturdenkmal und bildet einen unentbehrlichen Bestandteil des Alten Prags.

Am nächsten Morgen wollten wir uns den weltberühmten
Wenzelsplatz ansehen.

Er liegt in der Mitte von Prag und ist eher eine Straße als ein Platz. Er wurde 1848 nach dem Heiligen Wenzel von Böhmen benannt, nachdem er im Mittelalter und der Neuzeit als Rossmarkt den Mittelpunkt der Prager Neustadt bildete. Die Breite von gut 50 m entspricht zwar nur einer Prachtstraße, aber mit über 700 m Länge gehört der Boulevard zu den größten "Plätzen" in Europa.

Der größte Platz Europas, heute eher ein Park als ein Platz, soll aber der
Karlsplatz sein. Der Karlsplatz in der Prager Neustadt bildete im Mittelalter und in der Neuzeit deren administratives und wirtschaftliches Zentrum. Seine zentrale Funktion hat er erst in jüngerer Zeit an den Wenzelsplatz verloren. 1848 wurde er in Karlsplatz umbenannt und zwischen 1843 und 1863 wurde er als Park gestaltet.

Auf diesem Platz steht auch das bekannte
Wenzelsdenkmal.
Das Wenzelsdenkmal schuf 1912 der bekannte tschechische Künstler Josef V. Myslbek. Es zeigt den Heiligen Wenzel als Landespatron in Rüstung und mit Harnisch und Lanze sowie die vier Schutzheiligen Ludmilla und Prokop (vorn) und Agnes und Adalbert (hinten).

An dieser Stelle fanden in der Vergangenheit zahlreiche Demonstrationen statt, wenn es sich um die staatliche Unabhängigkeit handelte. Auch der sogenannte
"Prager Frühling" ging von hier aus.

Am Kopf des Wenzelsplatz liegt das
Nationalmuseum (Národní Muzeum). Es ist das führende Museum in Tschechien.
Das Museum wurde 1818 als Nationales Museum in Böhmen gegründet. Seit 1848 trug es den Namen Böhmisches Museum, in den Jahren 1854 bis 1919 Museum des Königreichs Böhmen. Vor dem Neubau wurde der Sitz eine Zeit lang in das Sternberger Palais (1821–1846) und das Nostitz-Palais verlegt.

Angefangen hat alles mit Sammlungen böhmischer Aristokraten. Einige der patriotisch gesinnten Adeligen, unter Führung des Gelehrten Paläontologen Graf Kaspar Maria von Sternberg, unterschrieben am 15. April 1818 einen Aufruf zur Gründung eines Museums, dessen Bau 1820 von der Wiener Regierung befürwortet wurde. Die neu entstandene Gesellschaft des nationalen Museums in Böhmen, als Eigentümerin und Verwalterin der Sammlungen, organisierte auch die gesamte Abwicklung aller Aufgaben. Erster Vorsitzender wurde Graf Sternberg. Eigentümerin blieb die Gesellschaft bis 1934, danach wurden die Verwaltung und das Eigentum verstaatlicht.

Das Gebäude im Stil der Neorenaissance wurde von Josef Schulz 1885 bis 1891 projektiert und gebaut. Das Vorderfront ist über 100 m lang und über eine Rampe erreichbar. Auf dem Zugang befinden sich gegossene Laternen und eine allegorische Darstellung Tschechiens mit Mähren und Schlesien, Elbe und Moldau von Antonín Pavel Wagner.
An beiden Seiten des Eingangs kann man symbolische Darstellungen der Geschichte und Naturwissenschaften von Josef Maudr sehen. An der Stirnseite befinden sich auch Reliefs der Gründung des Klosters in Zbraslav, Gründung der Karls-Universität Prag, Zeit der Herrschaft des Rudolf II. (HRR) von Wagner.
An der Fassade sind vergoldete Marmorplatten mit Namen bedeutender tschechischer Persönlichkeiten befestigt. An den Seiten des Hauptturms befinden sich Statuengruppen von Bohuslav Snirch (Aufopferung, Leidenschaft, Wahrheitsliebe, Geschichtsliebe). An den Seitenkuppen sind allegorische Bildnisse der wissenschaftlichen Gebiete von Wagner, Antonín Popp, Bernhard Otto Seeling, František Hergesell und Ludvík Wurzel dargestellt.
Innenansicht mit Kuppel

Die Innenausstattung stammt größtenteils von Künstlern, die auch das Nationaltheater ausstatteten. Der Bau sollte nicht nur durch seine Monumentalität, sondern auch durch seine Funktionalität hervorstechen. Die Eingangshalle schmücken Bronzenstatuen. An den Wänden sind berühmte Plätze der tschechischen Geschichte dargestellt.

Im Hauptgebäude befinden sich historische, archäologische und künstlerische Exponate aus der Geschichte Böhmens. Im Gebäude befindet sich ebenfalls die Universitätsbibliothek sowie Vortragssäle.

Das
Straßenbahnnetz der tschechischen Hauptstadt Prag wird von der Verkehrsgesellschaft der Hauptstadt Prag betrieben, die auch die Metro Prag und das Busnetz der Stadt unterhält. Mit 141 km Streckenlänge und 991 Fahrzeugen, die auf 26 Tages- und 9 Nachtlinien mit einer Gesamtlinienlänge von 540 km unterwegs sind, ist es das umfangreichste der Tschechischen Republik. Es gibt sehr viel ältere, gut restaurierte Waggons, die u. a. auf dem Wenzelsplatz als Cafe dienen.

Das
Mucha-Museum befindet sich im Barockbau des Kaunitz-Palais in der Panská 7 in Prag, Tschechien, nicht weit vom Wenzelsplatz entfernt.
Das kleine Museum wurde dem Leben und Werk des Jugendstilkünstlers Alfons Mucha (1860-1939) gewidmet.

Da ich eine Jugendstilliebhaberin bin, haben wir uns das Museum natürlich angeschaut.

Die Ausstellung beginnt mit dem Werk, das Mucha bekannt machte, dem sogenannten Panneaux Décoratifs.
Dies sind um die Jahrhundertwende produzierte Plakate, zu denen auch Muchas bekannte Entwürfe für die legendäre Pariser Schauspielerin Sarah Bernhardt zählen.
Weiterhin erhält man Einblicke in das von Mucha verfasste Handbuch für Kunsthandwerker sowie Ölgemälde, Modellfotos, Skizzen, Notizen und Pastelle.
Die Ausstellung endet mit einem Faksimile von Muchas Atelier mit Originalmöbeln und Fotografien seiner Familie.
Mit Ausnahme des Slawischen Epos, das nach Muchas Rückkehr nach Böhmen entstand, vermittelt die Ausstellung einen komplexen Überblick über das künstlerische Werk von Mucha.

Ein Film über sein Leben und sein Werk wird ebenfalls in diesem Museum gezeigt.

Dieser Besuch war ein perfekter Einstieg für den Besuch des Veitsdoms innerhalb der Prager Burg. Dort gibt es ein wunderbares Fenster, welches von diesem Künstler erstellt wurde. Dazu später noch etwas ausführlicher.

Der Besuch der
Karlsbrücke war natürlich an diesem Tag auch noch geplant. Auf Grund der vielen Touristen war die Brücke fast nicht zu sehen, und ein Foto war überhaupt nicht möglich.

Deshalb nahmen wir uns vor, am nächsten Tag im Morgengrauen zu dieser Brücke zu gehen um einige Fotos zu machen.

Die Karlsbrücke ist eine im 14. Jahrhundert errichtete, historisch bedeutsame Brücke über die Moldau in Prag, die die Altstadt mit der Kleinseite verbindet. Sie ist eine der ältesten erhaltenen Steinbrücken Europas und eines der Wahrzeichen der Stadt.

Der Architekt der Karlsbrücke ist nicht sicher belegt. Man nahm lange an, sie sei ein Werk von Peter Parler. Doch eine neue Theorie besagt, der Architekt sei ein Prager Bürger namens Otlin gewesen. Nach dem Vorbild der Steinernen Brücke in Regensburg wurde sie als Bogenbrücke mit 16 Bögen errichtet.
Ihre Länge beträgt 516 m, ihre Breite 10 m. Angeblich wurde der Mörtel mit Eiern angereichert, um die Stabilität zu erhöhen.

Auf der Brücke gibt es unglaublich schöne Statuen.

Die meisten dieser
30 Heiligenstatuen sind im barocken Stil gehalten und wurden zwischen 1683 und 1714 von den damals bedeutendsten Bildhauern Böhmens (u. a. Matthias Bernhard Braun, Johann Brokoff und seinen Söhnen Michael Johann und Ferdinand Maximilian) geschaffen.
Die Statuen stellen Heilige und Patrone dar. Dazu gehört z. B. der heilige Lutgard von Tongern.
Wohl am bekanntesten ist die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk, der angeblich an dieser Stelle im Jahre 1393 ertränkt wurde.
Seit 1965 werden die Skulpturen nach und nach durch Repliken ersetzt; die Originale befinden sich im Lapidarium des Nationalmuseums.

An diesem Morgen gegen 6.00 Uhr befanden sich nur Fotografenkollegen auf der Brücke, die die gleiche Idee hatten wie wir.

Anschließend nahmen wir uns die Zeit für eine ausführliche
Stadtrundfahrt. Die auf diesem Weg gesehenen besonders interessantenDinge haben wir dann später nochmal zu Fuß erkundet. Man kann auch sehr schön die Rundfahrt mit einem Pferdegespann machen.

Eins dieser uns besonders interessierenden Dinge war der
Prager Hauptbahnhof.
Er ist der wichtigste Fernbahnhof in Prag und der größte Bahnhof Tschechiens. Er wirkt in seinem neuen Teil wie ein Flughafengebäude. Aber er beinhaltet auch noch den alten Jugendstilteil.

Der heutige Prager Hauptbahnhof wurde im Jahr 1871 an der Strecke der von Wien über Budweis nach Norden weitergeführten Kaiser-Franz-Josefs-Bahn gegründet und hieß zunächst Kaiser-Franz-Joseph-Bahnhof.

In den Jahren 1901-1909 wurden - neben den technischen Erweiterungen - nach dem Entwurf des bedeutenden Architekten Josef Fanta die Abfertigungsanlagen zu dem heutigen prächtigen Jugendstil-Gebäude umgebaut. Er besteht heute noch aus einem Cafe und hat eine riesige runde Kuppel, die der Halle einen majestätischen Ausdruck gibt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Bahnhof nach dem amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson in Wilson-Bahnhof  umbenannt. Sowohl unter der deutschen Besatzung als auch nach 1948 hieß er Hauptbahnhof und diesen Namen hat er auch nach 1989 behalten, obwohl länger über die Rückbenennung in Wilson-Bahnhof diskutiert wurde.

Danach gingen wir zu einem besonders auffälligen Gebäude.

Das Gemeindehaus
(Municipal House) ist heute ein moderner Konzertsaal in Prag. Er steht auf dem Platz der Republik.
Um 1900 wurde das Gebäude nach einem Architektenwettbewerb in Auftrag gegeben. Baubeginn war 1905 und die Eröffnung 1912.
Der wichtigste Raum im Gemeindehaus ist der Smetana-Saal.  Er wurde zu Ehren des berühmten Musikers Bedrich Smetana benannt. Am 28. Oktober 1918 wurde in diesem Saal die Verkündigung des unabhängigen Staates Tschechoslowakei ausgerufen.

Der reichlich mit Jugendstilornamenten versehene Bau wurde von verschiedenen führenden Künstlern dieser Zeit errichtet.
Im Inneren befinden sich Wandmalereien u.a. auch von Alfons Mucha.

Die Hauptfassade wurde mit einer großen Keramik-Kuppel-Hälfte in Mosaik versehen und ist eine Hommage an Prag. Auf beiden Seiten sind allegorische Skulpturen zu sehen.

Der nächste Tag war vorgesehen für einen Besuch der
Prager Burg. Sie bildet das größte geschlossene Burgareal der Welt und liegt auf dem Prager Berg Hradschin.

Sie wurde im 9. Jahrhundert gegründet und hat seither ihr Aussehen stark verändert: Generationen von Baumeistern verschiedener Baustile waren daran beteiligt, die einzelnen Etappen der Geschichte hinterließen ihre Spuren. Die Funktion der Burg - Sitz des Staatsoberhauptes - blieb aber stets die gleiche.Heute ist sie offizielle Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik.

Inmitten der Burganlage befinden sich auch der
Veitsdom und der Wladislaw-Saal, sowie der Alte Königpalast.

Am 23. Mai 1618 führte der Ständeaufstand zum Zweiten Prager Fenstersturz, bei dem Bewaffnete der böhmischen Stände in den Wladislaw-Saal der Prager Burg eindrangen. Sie warfen Wilhelm Slavata zusammen mit dem kaiserlichen Statthalter Graf von Martinitz und dem Schreiber M. Philipp Fabrizius aus dem Fenster. Trotz einer beträchtlichen Fallhöhe kamen sie mit dem Leben davon, weil sich unter dem Fenster ein Reisighaufen befunden haben soll. Slavata und Martinitz konnten unter Beschuss in das nahe gelegene Haus des Oberkanzlers Lobkowitz flüchten. Slavata hatte sich am Kopf verletzt, so dass eine weitere Flucht nicht möglich war.

Der im Kern romanische Königspalast des
Hradschin (Prager Burg) wurde seit 1493 im Auftrag König Wladislaw Jagiellos durch Benedikt Ried umgestaltet. Die von dem aus Bayern stammenden Architekten gestalteten Räume werden vor allem durch den Variationsreichtum ihrer überaus phantasievollen Rippengewölbe charakterisiert. Zu erwähnen sind hier vor allem der Landtagssaal und die Reitertreppe.

Den Höhepunkt der Innenraumgestaltungen Benedikt Rieds bildet jedoch zweifellos der 1493-1502 errichtete Wladislaw-Saal, der mit seinem bis zum Boden herabgezogenen Schleifsterngewölbe den wohl bedeutendsten mittelalterlichen Profanraum nördlich der Alpen darstellt. In der Gestaltung seiner Fenster und Portale kündigt sich ebenso bereits die Formensprache der Renaissance an wie in den Einzelformen der übrigen Gebäudeteile des Königspalastes.


Der
Veitsdom auf der Prager Burg ist das größte Kirchengebäude Tschechiens. Das Gebäude in seiner heutigen Form als Kathedrale im gotischen Stil wurde ab dem Jahr 1344 auf Anweisung Karls IV. erbaut, als auch Prag zum Erzbistum erhoben wurde, doch reicht die Geschichte des Baus bis in das 10. Jahrhundert zurück.

Die endgültige Fertigstellung der Kirche nach einer Bauunterbrechung im 15. Jahrhundert dauerte bis zur Vollendung des Baus im Jahr 1929 durch Kamil Hilbert. Die Kirche wurde im neogotischen Stil weitergeführt und enthielt umstrittener Weise eine klassische Westfassade, die die ursprüngliche Süd-Ausrichtung des Baus ein wenig relativiert. Der Hauptturm blieb unvollendet.

Der Veitsdom besitzt zwei O
rgelprospekte. Der obere Barockprospekt, 1765 durch Antonín Gartner gebaut, gehörte zu einer Orgel mit 40 Registern, die auf 3 Manuale und Pedal verteilt waren. Heute ist dieser Prospekt nur noch Dekor. Das gesamte Instrument wurde um 1909 abtransportiert und ging verloren.

Der untere neoklassische Prospekt enthält die heutige Domorgel und wurde von Josef Melzel (1929-1931) erbaut. Eine Generalüberholung wurde durch die Orgelbaufirma Brachtl a Kánský (1999-2001) durchgeführt.

Das im Verhältnis zum großen Kirchenraum eher bescheidene Instrument besitzt 58 Register auf 3 Manualen und Pedal, 4475 Pfeifen insgesamt. Die Traktur ist rein pneumatisch. Mit einer großen Anzahl von Grundstimmen (Flöten und Prinzipalen) und wenig Zungenstimmen (Trompeten) besitzt das Instrument einen sanften Ton - eine typische Eigenschaft von postromantischen Orgeln.

Im Veitsdom auf der Prager Burg gestaltete Alfons Maria
Mucha ein Fenster in der Neuen Erzbischöflichen Kapelle, das Szenen aus dem Leben der Slavenapostel Kyrill und Method zeigt, die von Byzanz das Christentum nach Böhmen brachten.
Das Fenster ist nur gemalt, nicht gebrannt.

Alfons Maria Mucha, geboren am 24. Juli 1860 in Ivancice in Mähren, gestorben am 14. Juli 1939 in Prag, war ein tschechischer Plakatkünstler, Grafiker, Illustrator, Maler und Kunstgewerbler, der als einer der herausragenden Repräsentanten des Jugendstils gilt.

Den Durchbruch verschaffte ihm Sarah Bernhardt, die bekannteste westliche Schauspielerin der Jahrhundertwende, die Weihnachten 1894 auf der Suche nach einem Künstler war, der ein Veranstaltungsplakat für das Theaterstück "Gismonda" entwerfen sollte, da ihre üblichen Auftragnehmer ausfielen.
Mucha bekam den Auftrag, und so hingen über Nacht seine Plakate überall in Paris und sollten ihn weltbekannt machen. Sie waren so begehrt, dass fast alle von Kunstfreunden entfernt wurden, und ließen ihn zu einem der begehrtesten Plakatmaler der Belle Époque werden.

Am vorletzten Tag sahen wir uns noch das Rudolphinum an.

Das
Rudolphinum ist ein im Stil der Neorenaissance errichtetes Konzert- und Galeriegebäude am rechten Ufer der Moldau in der Prager Altstadt.

Das herausragende Gebäude aus hellem Sandstein wurde im Auftrag der böhmischen Sparkassen von den beiden Architekten Josef Zitek und Josef Schulz in den Jahren 1876-1884 errichtet. Die gerundete Fassadengestaltung lehnte sich an die der Dresdner Semperoper an.

Schirmherr war Kronprinz Rudolf. Nach ihm und seinem kunstliebenden Vorfahren Kaiser Rudolf II. wurde das Gebäude benannt. Es war von Anfang an als ein Haus der Künstler konzipiert und sollte der Pflege der Musik und der Bildenden Künste dienen.

In der neu gegründeten Tschechoslowakei wurde das Haus im Jahr 1920 zum Abgeordnetenhaus umgestaltet. Erst unter den Nazis wurde das Gebäude dem ursprünglichen Zweck zugeführt. Anfänglich arbeiteten nur tschechische Arbeiter, die bewusst statt der Statue von Felix Mendelssohn Bartholdy jene von Richard Wagner entfernten.

Als dieser Irrtum aufklärte, wurde der Rückbau durch deutsche Arbeiter fortgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg residierte nochmals kurz das tschechische Parlament. Seit 1946 dient das Gebäude aber wieder als Konzert und Ausstellungsstätte.
Dazu beherbergt es verschiedene Konzertsäle. Deren größter, der sogenannte Dvorak-Saal, ist die Heimstatt des wichtigsten klassischen Prager Orchesters, der Tschechischen Philharmonie.

Hier finden auch wichtige Konzerte des Musikfestivals Prager Frühling statt.
Daneben befindet sich auch eine bedeutende staatliche Kunstgalerie, die Galerie Rudolfinum, in dem Gebäudekomplex. Deren Schwerpunkt liegt hauptsächlich auf Ausstellungen zeitgenössischer Bildender Kunst und zu einem geringeren Maße auch auf der sogenannten Klassischen Moderne.

Der Besuch in Prag war viel zu kurz, um alle bedeutenden Dinge zu sehen.
Ich denke, wir werden dieser tollen Stadt nochmals einen Besuch abstatten müssen.

Henning Krüger


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